KONZERT: Vokalensemble Seicento vocale

A-Capella Konzert in Kooperation mit dem Hospizkreis
Besetzung:
Vokalensemble Seicento vocale
Orgel: Regina Werbick
Laute: Lukas Oppermann
Violone: Martina Binnig
Leitung: Jan Croonenbroeck und Alexander Toepper
Eintritt: 10,- €
Die Hälfte des Eintrittsgeldes wird dem Hospizkreis als Spende überlassen.
In diesem Programm widmet sich das Vokalensemble Seicento vocale zwei unverwechselbaren Werken der ‚Alten‘ und Neuen Musik: Den „Musikalischen Exequien“ von Heinrich Schütz (1585– 1672) und einem Ausschnitt aus der „Musik für das Ende“ von Claude Vivier (1948–1983). Ergänzt wird das Programm von einem Satz für sieben Soli und Continuo von Michael Prätorius.
Die Musikalischen Exequien komponierte Heinrich Schütz in den Jahren 1635/36 auf eine Sammlung von (Bibel-)Versen, die von Fürst Heinrich Posthumus Reuß im Hinblick auf sein eigenes Begräbnis in Gera zusammengestellt worden waren. Die einzelnen Teile des Werkes wechseln in Größe und Funktion der Besetzung, was das Stück im Hinblick auf ein zu dieser Zeit durch den Krieg nahezu zerstörtes Kulturleben überraschend komplex und klangvoll erscheinen lässt.
Viviers Musik für das Ende (1971) bildet zehn Menschenschicksale im Moment des Übergangs zum Tod ab. Die Musizierenden tauschen mal komponiert, mal improvisiert hörbar Meditationsworte und musikalische Elemente aus. Dahinter kommentiert eine Schola psalmodierend und bildet so das christlichabendländische Fundament ab, auf dem die kulturelle Sozialisation der Soli fußt. Es ist eine Musik, die aus menschlicher Kommunikation besteht, aus gesellschaftlichem Kon- und Dissens, aus persönlichem Erleben und Transzendenz. Seicento vocale verharrt so nicht in der Betrachtung von Schuld und in der Bitte um Erlösung im Angesicht der letzten Momente des Lebens, sondern eröffnet „eine Zeremonie des Endes mit der Hoffnung, dass die Menschheit die wahre Bedeutung ihres Daseins und Dahinscheidens erfahren würde“ (Claude Vivier im Partiturvorwort).
Das professionelle Ensemble Seicento vocale realisiert seit 2016 Konzertprojekte in flexiblen Besetzungen insbesondere in der Region Westfalen-Lippe. Die Arbeit fokussiert sich dabei auf eine moderne, historisch informierte Aufführungspraxis, die einen homogenen Chorklang mit den solistischen Stärken der Sänger*innen verbindet. Seicento vocale war von 2020 bis 2022 Stipendienträger des „Stipendiums für Vokalensembles“der Stiftsmusik Stuttgart. 2022 wurde das Ensemble in das Förderprogramm „Ensembleförderung Musik“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalens aufgenommen. Die Debüt-CD „Friedensrufe“ (2024) wurde vom Preis der deutschen Schallplattenkritik auf die Longlist gewählt und war für den International Classical Music Award 2026 nominiert.
Weitere Informationen zum Ensemble finden Sie unter http://www.seicentovocale.de
