Ausstellung im La Folie - Wie junge Leute Weihnachten sehen

Gleich drei Weihnachtsmänner leuchten am Ortseingang durch die Nacht. In drei Szenen aus Deutschland, den Niederlanden und Russland. In drei überdimensionalen Holz-Bilderrahmen von 2,80 Metern Höhe und jeweils 1,60 Meter Breite im gläsernen Kubus La Folie.

Jugendliche des Kinder- und Jugendwerks haben in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Martina Lückener (bekannt durch ihre scherenschnittigen „Frei- (Luft)schwimmer“) die neue dreigeteilte Rauminstallation auf die Beine gestellt. Sie ist das Ergebnis eines mehrwöchigen Workshops der „Kunstwerkstatt“ im Jugendcafé.

Das ganze heißt „WWW“, was jetzt mal nicht für World Wide Web steht, sondern für „World Wide Weihnachten“. Bei der Auswahl der Motive und den Möglichkeiten der Gestaltung hatten die elf Jugendlichen im Alter zwischen acht und 14 Jahren vollkommen freie Hand. Obwohl Bernadette Lammerding schon vorher eine kleine Orientierung mit auf den Weg gab: „Eigentlich wollten wir gerne etwas mit Engeln haben“, gestand die Vorsitzende des Kulturforums Ostbevern beim Aufbau der Installation am Mittwochabend. „Doch die schließlich entstandenen weihnachtlichen Motive sind auch ohne Engel sehr gut gemacht. Ich bin begeistert.“

Auch wenn auf den Bildern der Installation keine Engel zu sehen sind, ein Engel kam zum Fototermin dann doch vorbei. Cheyenne Magdlung hängte sich spontan weiße Flügel um. Sie macht derzeit ihr Fachabitur im Bereich Soziales & Gesundheit. Dafür muss sie auch ein Jahrespraktikum absolvieren. Das macht sie beim Kinder- und Jugendwerk.

Dort war die Entstehung der Bilderrahmen-Installation für alle Beteiligten sehr spannend. Um zum Beispiel die Szene rund um das russische Weihnachten so lebensnah wie möglich zu gestalten, kamen doch tatsächlich zwei russische Jugendliche in blauem Weihnachtsmantel in die Jugendwerkstatt.

Martina Lückener erinnert sich: „Sie legten sich auf die am Boden liegenden Holzbretter. Andere Jugendliche nahmen Maß und zeichneten ihre Körperumrisse auf die Bretter.“ In einem zweiten Schritt trugen die jungen Künstler gut gelaunt die Farben auf. Später sägten die Jungs die Formen aus, die zu Szenen zusammengestellt wurden.

„Die blaugekleidete Enkelin des Weihnachtsmannes ist in Russland immer dabei“, sagt Jenny Schartner, eine der jugendlichen Künstlerinnen. Die 13-Jährige kann sich vorstellen, später auch mal beruflich etwas mit Kunst zu machen. „Das war hier besser als in der Schule.“ Und die 14-jährige Paloma Bialas ergänzt: „Wir konnten unsere Ideen voll mit einbringen – Klasse.“ So zeigt das mittlere Bild den niederländischen Sinterklaas, der von Spanien immer mit dem Schiff in niederländischen Häfen anlegt.