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„British November“ in Ostbevern – Ein beseelendes Konzert

Die sakralen Konzerte der Nordwestdeutschen Philharmonie und der beiden Chöre Capella Loburgensis swie des Musik-Vereins Oelde bilden seit zwei Jahrzehnten eine liebgewonnene Tradition in der Musikkultur Ostbeverns. Unter dem Motto „British November“ standen in diesem Jahr Georg Friedrich Händels „Ode for Cecilia´s Day“ sowie John Rutters „Requiem“ auf dem Programm.

Pastor Michael Mombauer schilderte in seiner Einführung, dass Händels Werk in einer langen englischen Tradition stehe, den Gedenktag der heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Kirchenmusik, am 22. November mit besonderen Konzerten zu feiern. Bezüglich Rutters Requiem fügte Mombauer hinzu, dass diese Musik, die für eine Totenmesse komponiert sei, auch den christlichen Glauben und der damit verbundenen Hoffnung feiere. Musik könne das ausdrücken, was mit Worten nicht gesagt werden könne. In diesem Sinne wünschte er den Zuhörern einen Konzertabend, mit dessen Musik man mit Gott in Berührung kommen könne.

Unter dem kompetenten Dirigat von Matthias Hellmons erklang zunächst Händels Ode. Mit der großen Ouvertüre mit langsamer Einleitung gelang eine harmonische Einstimmung in das Werk. In fünf anspruchsvollen Arien konnten die Sopranistin Stephanie Henke und der Tenor Marcus Elsäßer ihr großes Können unter Beweis stellen. Eingerahmt wurden sie von einem Eingangs- und Schlusschor, der die feierliche Stimmung durch seine starken Stimmen weiter unterstützte. Während der Arien wurde jeweils ein Instrument solistisch vorgestellt.

Im Anschluss folgte John Rutters 1985 entstandenes „Requiem“. Rutter gilt als der größte Komponist der Gegenwart für Kirchenmusik. Entsprechend gespannt lauschte das Publikum dem für viele eher unbekannten Werk. Von Anfang an fesselten die geheimnisvollen Klangflächen und modernen Klangfarben des Orchesters, die mittelalterlich anmutenden lateinischen Gesänge sowie die immer wieder auftretende oft mehr als zehn Stimmen umfassende Mikropolyphonie. Rutter vermied in seiner Komposition alles Dramatische wie zum Beispiel das sonst übliche „Dies Irae“. Der Chor überraschte stattdessen mehrfach mit einer eingängigen zarten Melodie, die plötzlich aus dem breiten Orchesterklang herausbrach. Andere Passagen erinnerten dagegen an Filmmusik. Insgesamt konnte der Chor bei Rutters Werk – durch die längeren Passagen – sein Können deutlich stärker zum Ausdruck bringen. Zusammen mit der herausragenden Sopranistin erfüllte er den sakralen Inhalt des Werkes jenseits des reinen Notentextes mit Leben und Glanz.

Das Publikum ging mit einer besonderen Stimmung beseelt nach Hause. Perfekter Konzertabend. Standing Ovations!

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