CHORKONZERT: Wolfgang Amadeus Moza…

am Fr, 29. Oktober 2021
19:30 h
CHORKONZERT Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem d-Moll   Stephanie Henke (Sopran) Janin…

JEKIK - JEDES KIND ein KÜNSTLER

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JEKIK - JEDES KIND ein KÜNSTLER Kunstkurs für 4- bis 6-Jährige Isabelle Drilling …

Loburger Schlosskonzert - Von feurig bis zart und schräg

Das war ein ganz besonderes Schlosskonzert am späten Sonntagnachmittag im Rittersaal der Loburg . Denn mit Maria Kliegel kehrte nach 13 Jahren eine Cellistin zurück, die den Rittersaal als ihr „Wohnzimmer“ bezeichnete und zusammen mit ihrer Partnerin am Klavier , Nina Tichman , den Besuchern signalisierte, willkommen zu sein. Eine lockere Atmosphäre vor einem spannenden Konzert, in dem Kliegel die Stücke ihres Programms nicht nur bravourös spielte, sondern auch erklärte.

Das machte nicht nur angesichts der vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die zum Konzert gekommen waren und für einen proppenvollen Saal mit mehr als 80 Zuhörern sorgten, Sinn, sondern auch, weil Kliegel/Tichman mit George Onslow (1784 - 1853) und Konrad Lang (*1943) zwei Komponisten präsentierten, die wohl den meisten unbekannt gewesen sein dürften.

„Onslow war ein Zeitgenosse Beethovens, bewunderte dessen frühe Werke“, erläuterte die 64-jährige Hochschullehrerin. Sein Ding sei die Kammermusik gewesen, spritzig, nobel, eigen. Und: „Seine Musik ist wie Champagner.“ Davon überzeugen konnten sich ihre „Gäste“ als Einstieg bei der Sonate op. 16 Nr. 3 in A-Dur. Sehr ausdrucksstark das Adagio, zart in den Pianopassagen und herausragend abgestimmt von Klavier und Cello vorgetragen.

Noch feuriger präsentierten Kliegel und Tichman nach der Pause Onslows Sonate op 16 Nr. 2 in c-Moll. Sein immer wiederkehrendes Thema im Allegro espressivo wurde mit großer Leidenschaft präsentiert, fein im Strich – ehe vor dem Finale eine gerissene E-Saite das Künstler-Duo kurzfristig zur Pause zwang. „Ein Kollege hat einmal gesagt, Instrument stimmen im Saal ist wie Umweltverschmutzung“, nahm Kliegel dieses kleine Malheur mit einem Schmunzeln gelassen. Zum Träumen war schließlich das Menuetto, vor allem während der Zupfpassage bei einfühlsamem Klavierspiel. Und wunderbar getragen schließlich das Adagio cantabile, ehe es im Finale richtig schmissig wurde.

Eher gewöhnungsbedürftig war Konrad Langs Fugenbrücke für Cello solo, die 2011 entstanden ist. Gut, dass Kliegel hier eine Einführung gab, das Stück zerlegte und jeden Teil erläuterte. „Es ist ein Zwiegespräch zwischen Beethoven und Bach“, sagte La Cellissima. Bach klinge schräg, immer laut, ernsthaft, während Beethoven spielerisch, leise daherkomme. Am Ende dieser vierminütigen Auseinandersetzung siegte Bach schräg-kratzig.

Gut, dass es danach Beethovens Sonate op. 102 Nr. 2 in D-Dur zu hören gab. Großartig das Allegro, fast andächtig und anrührend das Adagio, am Ende schroff, eher zornig das Allegro fugato, das Klingel und Tichmann in einem versöhnlichen Forte enden ließen.

Nach großem Applaus gab es als Zugabe ein Fantasiestück von Robert Schumann, wundervoll getragen. Beseelt ging es nach Hause.

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